Olympia-Skisprungschanze, Garmisch-Partenkirchen
Olympia-Skisprungschanze, Garmisch-Partenkirchen
Foto: terrain:loenhart&mayr
Titel:Olympia-Skisprungschanze, Garmisch-Partenkirchen
Ort:Garmisch-Partenkirchen
Architekt:terrain:loehnhart&mayr BDA, München
Bauherr:Markt Garmisch-Partenkirchen

 

Seit 1922 ist Garmisch-Partenkirchen als einer der Austragungsorte des Neujahrsspringens im Rahmen der Vierschanzentournee weltberühmt. Weil das Schanzenprofil der alten Schanzenanlage aus den Fünfzigerjahren nicht mehr den Regularien der FIS (Fédération Internationale de Ski) entsprach, wurde 2006 ein internationaler Wettbewerb ausgelobt. Gegenüber der internationalen Prominenz konnte sich der Entwurf des Münchner Büros terrain:loehnhart&mayr durchsetzen. Beim Entwurf der Schanze haben sich die Architekten von der örtlichen Topografie inspirieren lassen. Die sanft geschwungenen Linien der auslaufenden Bergkette finden sich in der verbindenden Linienführung der neuen Schanzenanlage wieder. Ziel war eine skulptural wirkende Architektur, welche auf die Topografie reagiert, aber dennoch als Sportmaschine verstanden werden kann. Assoziationen zum Skisprungsport waren erwünscht: Der Skisprung als sportliche Überwindung der Gravitation findet mit der frei schwebenden Schanze ein architektonisches Zeichen. Die Mischung aus Funktionalität und Skulpturaliät fand den Beifall der Jury. Die neue Schanzenanlage verdichtet die verschiedenen Funktionsbereiche einschließlich Anlaufturm, Andienung, Zugängen und Aufsprungbauwerk zu einer dynamischen Gesamtform. So finden sich unter dem überhöhten Schanzentisch außer den Athleten- und Nebenräumen die Aufzugs- und Schanzentechnik der Anlage. Von dort gelangen Springer, Betreuer, Presse und Besucher über die 332 Stufen der «Himmelsleiter» in den über 100 Meter langen Anlaufturm. Alternativ führt der neu entwickelte Schrägaufzug zu den drei Ebenen des Schanzenkopfes. Dort oben finden sich neben dem Ruheraum für die Springer auch Technikbereiche für das Fernsehen. Am höchsten Punkt gelangt man in 62 Metern Höhe auf eine Aussichtsplattform, die auch außerhalb der Skisaison einen atemberaubenden Blick in die Alpenlandschaft ermöglicht. Eine weitere Neuheit stellt die Konstruktion der Anlaufspur dar, die einen witterungsunabhängigen Winterbetrieb auch bei geringem Schneevolumen sowie mit einer zusätzlichen Kunststoffspur den Sommerbetrieb ohne komplizierten Umbau erlaubt. Das gesamte Anlaufbauwerk ist mit transluzenten Polycarbonatplatten bekleidet, deren Wirkung sich je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen ändert. Abends von innen beleuchtet, wird der Anlaufturm zur leuchtenden Skulptur, weithin sichtbar im Talraum Garmisch-Partenkirchen.

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