energie.spar.haus, Frauenau
energie.spar.haus, Frauenau
energie.spar.haus, Frauenau
Fotos: Boris Storz, München
Titel:energie.spar.haus, Frauenau
Ort:Frauenau
Architekt:oberpriller architekten, Hörmannsdorf
Bauherr:Thomas Killinger, Burghausen

 

Im Ortskern von Frauenau, einem historischen Zentrum der Glasindustrie, entstand ein Mehrgenerationenhaus zum Wohnen und Arbeiten auf dem rückwärtigen Teil eines schon bebauten Grundstücks. Über der betonkernaktivierten Stahlbetonplatte wurde das Volumen als hoch gedämmte Holzkonstruktion errichtet. Dach und Fassaden sind mit transluzenten Wellplatten verkleidet, hinter denen die OSB-Platten-Verkleidung der Wände sichtbar bleibt. Durch Hinterleuchtung wird das Haus nachts zur gläsernen Laterne und erinnert an die lokale Tradition der Glasmacher. Mit seiner schlichten Form und den unprätentiösen Materialien bezieht es sich zudem auf die Scheunen- und Wirtschaftsbauten ringsum. Eine überdeckte Pufferzone vor dem Eingang fungiert als Wetterschutz. Die zum vorgelagerten Garten hin orientierte Südfassade ist zwecks passiver Energiegewinnung vollständig verglast und lässt sich im Sommer großflächig aufschieben, während die Fenster sonst klein gehalten sind. Der eigentliche räumliche Luxus besteht in der großen, doppelgeschossigen Halle unter dem Pultdach, an die sich auf der Nordseite eine zweigeschossige Raumflucht anschließt: unten Wohnraum, Küche und Bad, oben – über eine Wendeltreppe zu erreichen – weitere drei Zimmer, die als Wohn- oder Büroräume genutzt werden können. Schiebetüren und Einbauschränke optimieren die Ausnutzung des Raums. Während die Räume zu heizen sind, fungiert die unbeheizte Halle gleichsam als Sommerwohnzimmer. Im Winter ziehen sich die Bewohner dann in die kleineren Räume im Norden zurück. Das Haus in Frauenau ist nach Meinung der Jury ein hervorragendes Beispiel für ein ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen – fern von jeder kitschigen Öko-Ästhetik. Beheizung und Warmwasserbereitung erfolgen über Sonnenkollektoren sowie bei Bedarf durch einen zusätzlichen Heizkessel. Der Heizenergiebedarf liegt bei ungefähr einem Raummeter Stückholz – so viel, wie pro Jahr im Garten anfällt.

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