Dominikuszentrum, München
Dominikuszentrum, München
Dominikuszentrum, München
Fotograf: Michael Heinrich, München
Titel:Dominikuszentrum, München
Ort:München
Architekt:Meck architekten, München
Bauherr:Kath. Kirchenstiftung St. Gertrud, Erzbischöfliches Ordinariat, München

 

Das Dominikuszentrum bildet mit seiner klaren und kraftvollen Formensprache eine kulturelle und geistige Mitte in dem neu entstandenen Stadtteil an der Münchener Nordheide. Es schafft damit ein angemessenes Gegenüber zu dem in direkter Sichtbeziehung stehenden städtischen Platz im Norden des Quartiers. In einer aus Ziegel geschnittenen architektonischen Skulptur gruppieren sich der Andachtsraum und die sozialen und kulturellen Einrichtungen um einen zentralen, kontemplativen Innenhof. Verschiedene Durchgänge laden zum Betreten oder zum Hindurchgehen ein. Dabei bildet der zum Platz hin orientierte Hauptdurchgang gleichzeitig die Raumhülle für den erweiterten Andachtsraum. Der Andachtsraum ist das sinnstiftende und geistliche Zentrum der Anlage. Sowohl aus der Gründiagonale als auch in der Perspektive der Neuherbergstraße ist er als prägender, die Basis der anderen Einrichtungen überragender und den Quartiersplatz dominierender Körper erlebbar. An den Andachtsraum schließt das Pfarr- und Jugendheim mit seinem großen Pfarrsaal und den verschiedenen Gruppenräumen an. Links neben dem Hauptdurchgang der dreigruppige Kindergarten mit seinen Spielflächen. Im ersten Obergeschoss ist die Jugendstelle für die Dekanate Feldmoching und Freimann angeordnet. Die Räume orientieren sich auf zwei große Dachterrassen, die einen sicht- und lärmabschirmenden Freibereich für die Jugendlichen bieten. Gegenüber der dreigeschossige Gebäudeteil der Caritas mit Mehrzweckräumen, Büros und Verwaltung. Sämtliche Einrichtungen werden vom Baum (Trompetenbaum) überstandenen, gemeinsamen Hof aus erschlossen. Prägendes Material der Anlage ist ein besonders hochwertig gebrannter roter Ziegel; ein Torfbrandklinker. Er steht mit seiner Größe und seiner manuell-haptischen Qualität für den menschlichen Maßstab und für zeitüberdauernde Baukultur und erinnert an das Urmaterial Erde. Mit Bedacht wurden besonders unregelmäßige Steine ausgewählt, um der Fassade ein hohes Maß an Lebendigkeit und Plastizität zu geben. Dabei ist der Ziegel so eingesetzt, dass er die Idee eines aus einem Ziegelvolumen geschnittenen Körpers unterstreicht. An den Außenwänden des Andachtsraums sind 300 Kreuze aus Bronze in die Ziegelfassade eingemauert; die Anordnung in Dreiergruppen symbolisiert die Dreifaltigkeit. Diese aus dem Maßstab der Hand entwickelten Kreuze sind auch in den inneren Räumen des Gebäudes als Raumkreuze zu finden.

Seite drucken

Seite versenden