Behindertengerechte Wohnungen, Ingolstadt
Behindertengerechte Wohnungen, Ingolstadt
Foto: Florian Schreiber
Titel:Behindertengerechte Wohnungen, Ingolstadt
Ort:Ingolstadt
Architekt:Beyer + Dier Architekten, Ingolstadt
Bauherr:GWG Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft, Ingolstadt

 

Die Aufgabe bei einer Überplanung des Quartiers war, neben einer verträglichen Nachverdichtung, die städtebauliche Qualität des Wohnumfelds und die Nutzungsmöglichkeiten der Freiflächen erheblich zu verbessern.Die Städtebauliche Neuordnung besteht nun nicht mehr aus reinen Zeilen sondern aus zu drei Winkeln aneinander gereihten Baukörpern. Diese Maßnahme erhält den städtebaulichen Maßstab in Länge und Höhe der Baukörper und wahrt auch mit der dahinter liegenden Bebauung das gewohnte Bild. Durch diese Anordnung werden mit einfachen Mitteln die Räume neu definiert, der Lückenschluss vollzogen, und das Prinzip der Zeilenbebauung weitgehend erhalten. Die Erschließung der Tiefgaragen erfolgt, nach dem Prinzip Lärm zu Lärm entlang der Nürnberger Straße und belastet somit nicht die internen Erschließungsstraßen des Wohngebiets. 

Das Erscheinungsbild zur Straße ist geprägt durch große Alu-Schiebeläden, die auf die nahe Straße und die ICE-Trasse reagieren, Sicht- und Sonnenschutz bieten und durch das Wechselspiel der Ladenstellungen von Wohnung zu Wohnung ein sehr lebendiges Bild geben, das sich im Lauf des Tages bzw. auch des Jahres selbst immer wieder neu variiert.             

Die Anordnung der Bebauung in vom Bewuchs freien Baufeldern erübrigte größere Fällungen aus dem alten Baumbestand. Bei bestehender Infrastruktur gestaltet die behutsame Nachverdichtung neue Räume. Der Lückenschluss des neuen Konzepts schützt die Innenhöfe baulich vor den Emissionen des Umfeldes und schafft grüne Oasen. Die Auswahl der Baumaterialien erfolgte unter Berücksichtigung nahe gelegener Ressourcen. Der hohe KfW-60 Dämmstandard und der Einsatz von Einzelraumlüftern sorgen für sehr gutes Raumklima. Die Raumluft hat Frischluftqualität auch bei geschlossenen Fenstern, was sehr zum Lärmschutz, gerade während der Nachtstunden beiträgt. Der Erhaltungsaufwand ist durch die eingesetzten Baustoffe und deren Anordnung sehr gering und trägt somit zur hohen Wert- und Nachhaltigkeit des Gebäudes bei.

Die Konzeption des Hauses sah vor an einem Ortbetonkern Fertigteilelemente für die Laubengänge und die Balkone anzubinden. Diese Fertigteile vermitteln dem Haus auch seinen „Betonhauscharakter“ nach außen. Das Erscheinungsbild ist geprägt von der Idee des Gesamtbildes mit größtmöglicher Flexibilität. Kein Detail dieses Erscheinungsbildes sollte wichtiger sein als das Gesamtbild. Auf der Straßenseite bilden bewegliche Aluminium-Schiebeelemente eine zweite Haut, die nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden kann. Das Schienensystem in drei Ebenen ermöglicht zwei Drittel der Fassade zu öffnen. Die Reduzierung des Details auf das an jeder Stelle Notwendige - im Kontext mit der Anforderung der Situation - schafft plausible Klarheit. Die Brüstungen der tragenden Laubengangbrücken sind massiv, statisch erforderlich und gestalterisch gewollt – hier ist Intimität für die Erschließung geschaffen. 

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